Moderne Wallboxen können weit mehr als nur Strom liefern. Durch intelligente Funktionen wie Zugangsschutz, Verbrauchserfassung, App-Steuerung und die Einbindung in Drittsysteme wird das Laden noch komfortabler, transparenter und sicherer.
Damit nur berechtigte Personen die Wallbox nutzen können, insbesondere wenn diese frei zugänglich in der Hofeinfahrt installiert ist, verfügen viele Modelle über eine Zugangskontrolle.
RFID-Karten
Die gängigste Lösung ist die RFID-Karte, die wie ein Schlüssel angelernt wird. Hält man sie vor, wird die Ladestation freigeschaltet und der Ladevorgang startet. Eine Verknüpfung mit einer App ist nicht zwingend erforderlich, kann aber sinnvoll sein: So lassen sich Ladevorgänge einzelnen Nutzern zuordnen und später in der App auswerten.
Schlüsselschalter
Noch einfacher ist ein Schlüsselschalter, der den Ladepunkt mechanisch freigibt – eine robuste und unkomplizierte Lösung ganz ohne digitale Technik. Voraussetzung dafür ist ein potenzialfreier Kontakt an der Wallbox, der vom Schlüsselschalter geschaltet wird.
Andere Zugangskontrollen
Weniger verbreitet sind Wallboxen, die über eine PIN-Eingabe oder einen QR-Code freigeschaltet werden. Diese Systeme finden sich eher in Spezialanwendungen und sind im privaten Umfeld selten im Einsatz.
Wer zuhause lädt, möchte nachvollziehen können, wie viel Strom ins Fahrzeug fließt und welche Kosten entstehen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Integrierter Zähler und Verbrauchsdaten in der App
Die meisten modernen Wallboxen erfassen den Stromverbrauch direkt und stellen die Daten in einer App bereit. So sind die geladenen Kilowattstunden pro Ladevorgang sowie Monats- oder Jahresübersichten jederzeit abrufbar. Das ist besonders praktisch für Haushaltsbudgets oder zur Dokumentation von Dienstwagenkosten. Werden verschiedene RFID-Karten genutzt, können Ladevorgänge auch einzelnen Fahrzeugen zugeordnet werden.
Externer Zähler und manuelles Ablesen
Fehlt eine integrierte Verbrauchsmessung, kann ein vorgeschalteter Stromzähler eingesetzt werden. Mit einem Zweitarifzähler, der vor dem Ladevorgang betätigt wird, lassen sich sogar mehrere Nutzer unterscheiden. Die Werte müssen jedoch manuell abgelesen werden und bieten keine automatische Auswertung.
Messgenauigkeit für verschiedene Anwendungsfälle
Für einen groben Überblick im Privatgebrauch genügt eine einfache elektronische Messung mit möglichen Abweichungen von bis zu 5 %. Wer den Verbrauch für den Arbeitgeber oder das Finanzamt nachweisen muss, sollte auf einen MID-Zähler setzen, der mit einer Genauigkeit von ± 0,5 % arbeitet. Für professionelles oder öffentliches Laden ist eine eichrechtskonforme Messung erforderlich, die höchste Genauigkeit bietet und zudem rechtlich abgesichert ist.
Viele Wallboxen lassen sich über eine eigene App steuern und überwachen. Diese Apps sind meistens Cloud-basiert, sprich nicht nur im eigenen Netzwerk nutzbar und bieten Funktionen wie:
Darüber hinaus werden erweiterte Funktionen wie PV-Überschussladen oder die Nutzung dynamischer Stromtarife häufig über die App gesteuert. Selbst ohne Automatismus kann mit der App das Laden aus der Ferne einfach gesteuert werden. So wird die App zum zentralen Werkzeug für effizientes und kostensparendes Laden.
Für den privaten Einsatz ist eine gute App hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. Wer sein Fahrzeug einfach nur laden möchte, kommt auch ohne aus. Wer jedoch Verbrauchstransparenz, Nutzerverwaltung oder die intelligente Einbindung von PV-Anlage und Stromtarifen nutzen möchte, profitiert von einer durchdachten App erheblich.
Damit eine Wallbox mehr kann als nur Strom liefern, spielt die Anbindung an andere Systeme eine zentrale Rolle.