Damit die Wallbox Ihr Elektroauto zuverlässig versorgen kann, muss sie fachgerecht angeschlossen und kontinuierlich mit Energie versorgt werden. Besonders effizient und kostengünstig ist die Nutzung überschüssiger Solarenergie aus der eigenen PV-Anlage, sodass das Fahrzeug bevorzugt mit selbst erzeugtem Strom geladen wird. Perspektivisch eröffnet die Technologie zudem Möglichkeiten wie bidirektionales Laden, bei dem die Fahrzeugbatterie zudem noch als Speicher für das Zuhause verwendet werden kann.
Damit die Wallbox zuverlässig und sicher arbeitet, muss sie korrekt in der Elektroverteilung angeschlossen werden. Standard-Wallboxen mit 11 kW lassen sich in vielen Fällen einfach an einer bestehenden Verteilung anschließen. Die Planung und Installation sollte immer durch einen qualifizierten Elektrofachbetrieb erfolgen.
Eine Wallbox kann so gesteuert werden, dass sie bevorzugt überschüssigen Solarstrom aus der eigenen Photovoltaikanlage nutzt. Damit steigt der Eigenverbrauch, die Stromkosten sinken und das Elektroauto wird besonders nachhaltig geladen.
Bis zu 500 € Einsparung pro Jahr
Wird das Fahrzeug überwiegend mit eigenem Solarstrom geladen, reduziert sich der Netzbezug deutlich. Bei einem typischen Einfamilienhaus mit 8 kWp PV-Anlage lassen sich so jährlich mehrere hundert Euro sparen.
Beispiel:
Während Netzstrom rund 30 ct/kWh kostet, liegen die Erzeugungskosten für PV-Strom oft nur bei 8–12 ct/kWh. Wer 2.500 kWh (ca. 15.000 km) pro Jahr ins Elektroauto lädt, spart damit 400–500 € jährlich.
Umsetzungsmöglichkeiten
Vorneweg: Natürlich kann man die Sonne und den Ladevorgang immer im Blick behalten und manuell das Laden starten und unterbrechen wenn genug Strom vom Dach da ist. Für das PV-Überschussladen gibt es aber auch verschiedene technische Ansätze, die je nach Wallbox-Typ genutzt werden können:
- Smart Meter oder CT-Klemmen messen den Stromfluss im Hausanschluss. Die Wallbox erkennt dann, wie viel Strom eingespeist wird und startet bzw. unterbricht den Ladevorgang. Einfachste und unabhängigste Lösung.
- Direkte Datenverbindung zum Wechselrichter: Wallbox und Wechselrichter kommunizieren direkt. Der Wechselrichter übernimmt die Steuerung der Wallbox und des Ladevorgangs.
- Separates Energiemanagementsystem bietet die umfassendste Lösung. Neben Wallbox und Wechselrichter können auch Speicher, Wärmepumpe oder andere Verbraucher eingebunden und intelligent gesteuert werden.
Phasenumschaltung
Die meisten Fahrzeuge benötigen mindestens 6 A Ladestrom und können mit einer oder drei Phasen geladen werden. Dreiphasiges Laden startet dadurch erst bei etwa 4,2 kW PV-Leistung. Einphasiges Laden funktioniert hingegen bereits ab ca. 1,4 kW. Eine automatische Phasenumschaltung in der Wallbox sorgt dafür, dass auch kleine Solarüberschüsse genutzt werden können. Moderne Systeme wechseln eigenständig zwischen ein- und dreiphasigem Betrieb – ohne Eingriff des Nutzers – und steigern so den Eigenverbrauch deutlich.
Neben eigenem Solarstrom lassen sich auch günstige Börsenstrompreise für das Laden des Elektroautos nutzen. Dynamische Stromtarife orientieren sich an den stündlich schwankenden Marktpreisen, die mit wachsenden Anteilen erneuerbarer Energien immer größer werden und ermöglichen es, gezielt in günstigen Zeiten zu laden. Damit können die Stromkosten zusätzlich deutlich reduziert werden.
Kostenersparnis durch flexible Ladezeiten
Während der durchschnittliche Haushaltsstromtarif bei ca. 28–32 ct/kWh liegt, schwanken dynamische Tarife je nach Tageszeit oft zwischen 10 und 40 ct/kWh. Wird das Fahrzeug gezielt in günstigen Zeitfenstern geladen, lassen sich im Jahr mehrere hundert Euro sparen. Beispiel: Wer 2.500 kWh pro Jahr lädt und im Schnitt 8 ct/kWh weniger zahlt, spart rund 200 € jährlich.
Voraussetzungen und Umsetzung
Damit gezielt in günstigen Zeitfenstern geladen werden kann, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:
- Ein dynamischer Stromtarif mit passendem Zähler (i. d. R. Smart Meter)
- Eine smarte Wallbox, die sich nach Preissignalen steuern lässt, z. B. über eine Verbindung der Wallbox App mit der App des Energieversorgers.
Spannende Alternative zu PV-Überschussladen
Für Haushalte ohne eigene Photovoltaikanlage sind dynamische Stromtarife eine attraktive Möglichkeit, die Ladekosten zu senken. Während PV-Besitzer ihren Eigenverbrauch optimieren, profitieren Nutzer ohne PV durch zeitgesteuertes Laden ebenfalls von günstigen Strompreisen – meist sogar zu ähnlichen Zeiten, in denen auch eine PV-Anlage hohe Erträge liefern würde.