Für professionelle Ladelösungen ist eine geeignete Betriebslösung zentraler Bestandteil. Diese besteht in den meisten Fällen aus einer kaufmännischen und einer technischen Komponente. Während es bei den technischen Aspekten vor allem darum geht, die elektrische Sicherheit und Zuverlässigkeit der Ladepunkte sicherzustellen, ist der kaufmännische Bestandteil vom individuellen Anwendungsfall abhängig. Zentral für die kaufmännische Betriebslösung ist eine geeignete Software (Backendsystem), in der Ladepunkte und deren Nutzer verwaltet und abgerechnet werden.
Wird der Ladestrom öffentlich angeboten und abgerechnet, gelten zusätzlich die Vorgaben des Eichrechts. Es schreibt vor, dass Messwerte manipulationssicher erfasst und für Endkunden transparent einsehbar sein müssen. Entsprechend müssen eichrechtskonforme Ladepunkte eingesetzt und über ein Backend betrieben werden, das die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.
Technischer Betrieb von Ladepunkten
Für einen sicheren und zuverlässigen Ladebetrieb sind regelmäßige Prüfungen und Wartungen gesetzlich vorgeschrieben. Ladepunkte gelten als ortsfeste elektrische Betriebsmittel und müssen u. a. gemäß DGUV Vorschrift 3 geprüft werden.
Wichtige Bestandteile des technischen Betriebs:
- Regelmäßige Prüfungen
zur Sicherstellung der Betriebssicherheit - Instandhaltung nach DIN 31051:
Wartung, Inspektion, Instandsetzung, Verbesserung - Dokumentation
aller Maßnahmen zur Erfüllung der Betreiberpflichten
Ziel:
Ausfälle vermeiden, Sicherheit gewährleisten, Lebensdauer verlängern.
Wir unterstützen Sie bei Planung, Durchführung und Dokumentation – für einen rechtssicheren Betrieb Ihrer Ladeinfrastruktur.
Kaufmännischer Betrieb von Ladepunkten
Ein wirtschaftlich und rechtssicher funktionierender Ladebetrieb braucht mehr als nur Technik – er erfordert ein intelligentes Backend-System. Dieses übernimmt zentrale Aufgaben wie Zugangssteuerung, Monitoring und die Abrechnung von Ladevorgängen.
Typische Einsatzbereiche:
- Unternehmen
Verwaltung von Flotten- und Mitarbeitenden-Ladevorgängen inkl. Kostenstellenzuordnung - Immobilien
kWh-genaue Abrechnung gegenüber Mietern oder Eigentümern - Öffentliches Laden
Anbindung an Roaming-Plattformen (z. B. Hubject, Gireve) und Sichtbarkeit in Kartendiensten wie Google Maps
Ihr Vorteil:
Ein leistungsfähiges Backend ermöglicht nicht nur Transparenz und Kontrolle, sondern stellt auch einen rechtssicheren und effizienten Betrieb Ihrer Ladeinfrastruktur sicher – unabhängig vom Nutzungsszenario.
Öffentliche Ladepunkte müssen in ein Backendsystem eingebunden sein, um nutzbar zu sein. Dieses ermöglicht die Freischaltung über RFID-Karten, Apps (Roaming), QR-Code-Zahlung oder – seit Einführung der AFIR-Verordnung 2024 – auch über Payment-Terminals für Kredit- und Girokarten. Das Backend koordiniert alle Freischaltarten und sorgt für eine reibungslose Zahlungsabwicklung.
- Fahrstromanbieter:
Das Backendsystem stellt die Verbindung zu den jeweiligen Anbietern her und übernimmt die komplette Zahlungsabwicklung für Ladevorgänge über Roaming-Netzwerke. - QR-Code-Zahlung:
Der QR-Code wird vom Backend generiert und führt auf eine sichere Bezahlseite, die dort ebenfalls gehostet und technisch betreut wird. - Payment-Terminal:
Auch physische Terminals für EC- oder Kreditkartenzahlung werden in das Backendsystem integriert, sodass die Abrechnung nahtlos über denselben Kanal erfolgt.
Mit unserem Modell BetriebPlus übernehmen wir den kompletten Betrieb und die gesamte Abwicklung der öffentlichen Ladestation.
Im Unternehmenskontext werden Ladepunkte häufig von drei Nutzergruppen verwendet – mit jeweils unterschiedlichen Anforderungen:
- Flotten & Dienstfahrzeuge:
Ladevorgänge erfolgen in der Regel auf Unternehmenskosten. Um eine klare Zuordnung (z. B. nach Kostenstellen oder Gesellschaften) zu ermöglichen, sollten die Ladevorgänge differenziert erfassbar sein. - Private Fahrzeuge von Mitarbeitenden:
Bis Ende 2030 kann das Laden steuerfrei und kostenlos* ermöglicht werden. Alternativ sind Abrechnungen über die Lohnbuchhaltung oder externe Anbieter möglich. In beiden Fällen empfiehlt sich eine klare Regelung, z. B. per Betriebsvereinbarung. - Kunden & Besuchende:
Auch ihnen kann der Strom kostenlos angeboten werden – oder über halböffentliche Ladepunkte mit einfacher Freischaltung per App oder Karte.
Zentrale Steuerung via Backend:
Ein leistungsfähiges Backendsystem bildet die Basis für den reibungslosen Betrieb. Es hinterlegt Ladepunkte und Nutzer (z. B. per RFID-Karte), differenziert nach Nutzergruppen und Tariflogik. Viele Systeme unterstützen die Abrechnung direkt oder stellen Exportfunktionen für Drittsysteme zur Verfügung.
In Immobilien geht es beim Betrieb von Ladeinfrastruktur meist vor allem um eine sichere Abrechnung des verladenen Stroms an mehrere Parteien. Damit am Ende auch jede Objektpartei nur das zahlt, was sie verladen hat, muss dieser Aspekt bereits bei der Planung der Energieverteilung berücksichtigt werden. Entscheidend ist dabei die Ausführung des Mess- und Abrechnungskonzepts.
Einzelne EVU-Messungen
über Stromzähler der Objekteinheiten.
- Stromanbieter frei wählbar:
Jede Partei kann den Haushaltsstromtarif selbst bestimmen - Ideal für kleinere WEGs:
Wenn Wohnungszähler gut erreichbar sind - Begrenzte Steuerung:
Kein oder eingeschränktes Energiemanagement, reduzierte Ladeleistung - Hoher technischer Aufwand:
Umbau oder zusätzliche Zähleranlage oft notwendig - Lange Leitungswege:
Wenn bestehende Zähleranlage genutzt wird
Zentrale EVU-Messung
für alle Ladestationen.
- Zukunftssicher & skalierbar:
Erweiterbare Ladelösung für die gesamte Tiefgarage - Effizientes Energiemanagement:
Nutzung bestehender Leistungsreserven der Immobilie - Einfache Umsetzung:
Oft ohne großen Aufwand umsetzbar, z. B. über Schienenverteiler - Flexible Stellplatzverteilung:
Stellplatzzuweisungen können jederzeit geändert werden - Keine doppelten Grundgebühren:
Gemeinsame Stromversorgung ohne Zusatzkosten - Rechtssichere Abrechnung:
Erfordert MID-Zähler oder direkt über die Ladestation
Aus technischen Gründen macht in Immobilien oft eine zentrale Messung für alle Ladepunkte Sinn. Damit am Ende dann auch jede Objektpartei nur das zahlt, was sie verladen hat, braucht es ein sauberes Konzept für die Abrechnung.
Eigenständige Abrechnung
der verladenen Energiemengen.
Die Ladeinfrastruktur kann an einem gemeinsamen EVU-Zähler angeschlossen werden. Es gibt eine Einigung über das Vorgehen der Abrechnung und eine Partei, die die Abrechnung übernimmt. Die Ladepunkte sind für die Abrechnung von Ladestrom geeignet.
Vorteile:
- Freie Stromanbieterwahl für die Gesamtanlage
- Optimales Energiemanagement durch den Anschluss am gemeinsamen Zähler
- Realisierung ohne großen Aufwand möglich, da Schienenverteiler meist vorhanden sind
- Änderungen in der Stellplatzzuweisung zwischen den Parteien jederzeit möglich
Nachteile:
- Aufwände durch die Abrechnung des Ladestroms
Unsere Empfehlung:
Betreiberlösung
mit Abrechnung durch einen Betreiber.
Die Ladeinfrastruktur kann an einem gemeinsamen EVU-Zähler angeschlossen werden. Der Betrieb der Ladeinfrastruktur wird z.B. über einen Gestattungsvertrag an einen Dienstleister übergeben, der Betrieb & Abrechnung der Anlage übernimmt. Die Ladepunkte sind für die Abrechnung von Ladestrom geeignet.
Vorteile:
- Professioneller Betrieb der Ladeinfrastruktur
- Automatisierte Abrechnung der verschiedenen Nutzergruppen
- Optimales Energiemanagement durch den Anschluss am gemeinsamen Zähler
- Realisierung ohne großen Aufwand möglich, da Schienenverteiler meist vorhanden sind
- Änderungen in der Stellplatzzuweisung zwischen den Parteien jederzeit möglich
Nachteile:
- Bindung an einen Betreiber
Wird jede Ladestation oder Gruppe von Ladepunkten, die auf die gleiche Rechnung laufen soll, hingegegen an einem eigenen EVU-Zähler angeschlossen, ist eine zusätzliche Betriebslösung für z.B. Unternehmen zwar möglich, aber nicht für die Abrechnung notwendig.
FAQs – Ihre Fragen, unsere Antworten
BetriebPlus ist unsere umfassende Betriebslösung für Ladeinfrastruktur in Unternehmen, Immobilien und im öffentlichen Raum. Sie umfasst alles vom technischen Betrieb über das Nutzer- und Abrechnungsmanagement bis hin zur Anbindung an öffentliche Ladenetze.
BetriebPlus ist ideal für Unternehmen, Immobilienbesitzer, Wohnbaugesellschaften, öffentliche Einrichtungen oder Gewerbetreibende, die Ladeinfrastruktur professionell betreiben und abrechnen möchten – unabhängig von Größe oder Branche.
BetriebPlus ermöglicht die automatische Abrechnung der Ladevorgänge – z. B. nach Nutzergruppen, Kostenstellen oder Ladezeiten. Die Abrechnung kann über ein zentrales Backend oder über Drittanbieter erfolgen und lässt sich flexibel in bestehende Systeme integrieren.
Mit BetriebPlus lassen sich unterschiedliche Nutzergruppen gleichzeitig verwalten: z. B. Flottenfahrzeuge, Mitarbeitende (dienstlich und privat), Gäste, Kundschaft oder Mieter. Die Tarifstruktur und Zugriffsrechte werden dabei individuell konfiguriert.
Wir empfehlen grundsätzlich den Einsatz eichrechtskonformer oder mindestens MID-zertifizierter Ladestationen – insbesondere, wenn der Strom abgerechnet werden soll. Die passende Messtechnik wird bereits in der Planungsphase berücksichtigt.
Ja. BetriebPlus ist skalierbar – egal ob einzelne Ladepunkte, ganze Ladeparks oder Etappen-Ausbau in Immobilien. Besonders bei Immobilienprojekten unterstützen wir mit einem 2-Stufen-Modell, das spätere Erweiterungen unkompliziert ermöglicht.
Minimal – wir übernehmen die Einrichtung, den laufenden Betrieb, das Monitoring und auf Wunsch auch die Abrechnung. Sie behalten jederzeit den Überblick, müssen sich aber nicht um Details kümmern.
Ja. Wenn Sie Ihre Ladepunkte öffentlich betreiben, erhalten Sie eine monatliche Vergütung pro Ladevorgang. Zusätzlich profitieren Sie von fixen Vergütungssätzen und der jährlichen THG-Prämie.